Trauma verstehen: Antworten auf häufige Fragen
Trauma kann verunsichern - und manchmal fehlen die richtigen Worte oder Antworten. Diese Seite soll Orientierung geben und Zusammenhänge verständlich erklären.
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Trauma - ein erster Überblick
Was genau ist ein Trauma?
Ein Trauma ist ein überwältigendes oder lebensbedrohliches Ereignis, das unsere Seele zutiefst erschüttert und aus dem Gleichgewicht bringt. Es trifft uns meistens unvorbereitet und übersteigt unsere Verarbeitungsfähigkeiten bei Weitem. Fast immer ist es verbunden mit Gefühlen von Ohnmacht, Ausgeliefertsein und Angst bis hin zu Todesangst.
Traumatische Erfahrungen können sehr unterschiedlich aussehen: Unfälle, Naturkatastrophen, Verluste, medizinische Eingriffe, Entbindung, aber auch Vernachlässigung oder Gewalt sowohl körperlich, seelisch, sexualisiert als auch organisiert wie z.B. (Kinder-/Zwangs-) Prostitution und Pornografie– in der Kindheit oder im Erwachsenenalter. Wir können davon unmittelbar betroffen sein oder auch als Zeug:innen, Helfer:innen und Angehörige.
Warum können Traumatisierungen unterschiedliche Auswirkungen haben?
Für belastende Erfahrungen, die wir in unserem Leben machen, ist unsere Seele mit guten Verarbeitungsstrategien ausgestattet. Daneben gibt es viele Faktoren, die sich auf unsere persönlichen Fähigkeiten, ein Trauma zu bewältigen auswirken können.
Es gibt Umstände, die zur Bewältigung eines Traumas beitragen können – ein verständnisvolles Umfeld, sichere Lebensumstände und/oder die richtige Unterstützung können einen wichtigen Unterschied machen. Ein einmaliges Erlebnis können wir meistens besser verarbeiten als Traumata, die sich über Jahre wiederholen. Je enger unsere Beziehung zu der verursachenden Person ist oder war, desto tiefer reicht unsere Erschütterung. Wenn wir bereits früher Traumatisches erlebt haben, dann tragen wir oft eine größere Verletzlichkeit in uns – ebenso wie Kinder, deren Schutz- und Verarbeitungsmechanismen noch nicht ausgereift sind.
Was tut unsere Seele, um uns zu schützen?
Unsere Seele und unser Körper verfügen über besondere Notfallstrategien, auf die wir instinktiv zurückgreifen können, um uns zu schützen. Wenn eine Situation so überwältigend ist, dass weder Kämpfen noch Fliehen möglich ist, nutzt sie unsere wichtigste Notfallstrategie – die Dissoziation.
Gewöhnliche Probleme und Aufgaben können wir ohne jede Notwendigkeit zur Dissoziation bewältigen - auch sehr unangenehme Erfahrungen innerhalb unserer Verarbeitungsgrenzen können wir integrieren. Dissoziieren ist eine Möglichkeit, wie wir uns innerlich schützen können, wenn eine Erfahrung, ein Erlebnis so bedrohlich ist, dass es uns zu überwältigen droht. Im Moment der Dissoziation schützen wir uns durch eine Trennung zwischen Beobachtung und Erleben, also zwischen dem, was wir erleben und dem, was wir dabei fühlen. Dissoziation ist wie eine "Flucht nach innen", bei der unerträgliche Gefühle und Schmerzen abgespalten werden, um unser Überleben zu sichern.
Dissoziation ist unser wichtigster instinktiver Schutzmechanismus. Wir müssen ihn nicht erst erlernen; die Fähigkeit zur Dissoziation ist uns angeboren. Da wir in bedrohlichen Stress-Situationen instinktiv zum Überleben dissoziieren, können wir Dissoziation auch nicht mit unserem Willen beeinflussen.
Hört das irgendwann auf?
Wenn wir Menschen Traumatisierungen erlebt haben, entwickeln wir alle unsere ganz eigenen Überlebensstrategien.
Ein Trauma ist eine Verletzung unserer Seele und genauso wie körperliche Verletzungen brauchen seelische Wunden Pflege und Zeit, um zu verheilen. Oft hinterlassen traumatische Erfahrungen Spuren, die uns im Alltag belasten. Manchmal schämen wir uns für das, was uns angetan wurde, wir denken, wir sind „verrückt“ oder nicht „normal“… Das alles sind aber zutiefst menschliche, natürliche Reaktionen auf eine völlig unnormale Situation.
Ja – es kann besser werden. Manchmal „heilt die Zeit alle Wunden“. Aber wenn unsere Spuren tiefer gehen, dann ist es wichtig, damit nicht allein zu bleiben und uns Hilfe zu holen.
Was kann ich tun?
Der wichtigste Schritt ist: nicht alleine bleiben. Traumatische Erfahrungen sind dadurch gekennzeichnet, dass wir uns ohnmächtig und hilflos gefühlt haben – Unterstützung zu suchen ist das genaue Gegenteil davon und oft der erste Schritt zurück in die eigene Handlungsfähigkeit.
Professionelle traumazentrierte Begleitung kann helfen, im Alltag wieder Stabilität zu finden und den richtigen nächsten Schritt zu erkennen. Sprich uns an – in einem unverbindlichen Infogespräch hören wir zu und beraten dich.
Alles auf einen Blick
Ein Trauma ist ein überwältigendes oder lebensbedrohliches Ereignis, das unsere Seele zutiefst erschüttert und unsere Verarbeitungsfähigkeiten übersteigt. Es trifft uns meist unvorbereitet und ist häufig mit Gefühlen von Ohnmacht, Ausgeliefertsein und Angst bis hin zu Todesangst verbunden.
Traumatische Erfahrungen können sehr unterschiedlich sein: etwa Unfälle, Naturkatastrophen, Verluste, medizinische Eingriffe oder Entbindung, aber auch Vernachlässigung und Gewalt – körperlich, seelisch, sexualisiert oder organisiert, beispielsweise in Form von Kinder- oder Zwangsprostitution und Pornografie.
Wir können selbst unmittelbar betroffen sein oder das Geschehen als Zeug:innen, Helfer:innen oder Angehörige miterleben. Ein Trauma kann dabei in der Kindheit ebenso wie im Erwachsenenalter entstehen.
Für belastende Erfahrungen, die wir in unserem Leben machen, ist unsere Seele mit eigenen Verarbeitungsstrategien ausgestattet. Gleichzeitig gibt es viele Faktoren, die beeinflussen können, wie gut wir ein Trauma bewältigen können.
Ein verständnisvolles Umfeld, sichere Lebensbedingungen und passende Unterstützung können dabei einen wichtigen Unterschied machen. Ein einmaliges traumatisches Erlebnis lässt sich meist leichter verarbeiten als Erfahrungen, die sich über Jahre wiederholen. Je enger unsere Beziehung zu der verursachenden Person ist oder war, desto tiefer kann die Erschütterung reichen.
Auch frühere traumatische Erfahrungen können unsere Verletzlichkeit erhöhen. Bei Kindern sind die Schutz- und Verarbeitungsmechanismen zudem noch nicht vollständig entwickelt.
Unsere Seele und unser Körper verfügen über besondere Notfallstrategien, auf die wir in bedrohlichen Situationen instinktiv zurückgreifen können. Wenn eine Situation so überwältigend ist, dass weder Kämpfen noch Fliehen möglich ist, kann Dissoziation zu einer wichtigen Schutzstrategie werden.
Alltägliche Probleme und auch sehr belastende Erfahrungen innerhalb unserer persönlichen Verarbeitungsgrenzen können wir in der Regel bewältigen und in unser Erleben integrieren. Wird eine Erfahrung jedoch so bedrohlich, dass sie uns zu überwältigen droht, kann Dissoziation uns helfen, das Unerträgliche für einen Moment auf Abstand zu halten.
Dabei kann eine Trennung zwischen dem eigenen Erleben und dem Beobachten des Erlebten entstehen. Wir nehmen wahr, was geschieht, fühlen uns dabei aber möglicherweise nicht mehr unmittelbar mit dem Geschehen verbunden. Es ist wie eine „Flucht nach innen“: Unerträgliche Gefühle, Wahrnehmungen oder Schmerzen können dadurch auf Abstand gehalten werden, um uns in einer überwältigenden Situation zu schützen.
Dissoziation ist eine angeborene, instinktive Schutzreaktion. Wir müssen sie nicht erlernen und können sie daher auch nicht einfach durch unseren Willen steuern.
Wenn wir traumatische Erfahrungen gemacht haben, entwickeln wir ganz eigene Überlebensstrategien. Sie helfen uns, mit dem Erlebten umzugehen und weiterzuleben.Ein Trauma ist eine Verletzung unserer Seele. Wie körperliche Verletzungen brauchen auch seelische Wunden Zeit, Aufmerksamkeit und Fürsorge, um zu heilen. Traumatische Erfahrungen können Spuren hinterlassen, die uns im Alltag belasten. Manchmal schämen wir uns für das, was uns angetan wurde, oder fragen uns, ob wir „verrückt“ oder nicht „normal“ sind.
Doch diese Reaktionen sind zutiefst menschlich und verständlich. Sie sind Antworten auf eine Situation, die selbst alles andere als normal war.
Ja – es kann besser werden. Mit der Zeit können sich manche Belastungen verändern oder leichter werden. Manchmal braucht es darüber hinaus gezielte Unterstützung, damit die Folgen eines Traumas wirklich verarbeitet werden können. Wenn die Belastungen tiefer gehen oder den Alltag stark beeinträchtigen, ist es wichtig, damit nicht allein zu bleiben und sich Unterstützung zu holen.
Traumatische Erfahrungen haben oft Gefühle von Ohnmacht und Hilflosigkeit zur Folge. Unterstützung zu suchen, ist das Gegenteil davon – und kann ein erster Schritt zurück in die eigene Handlungsfähigkeit sein.
Eine professionelle traumazentrierte Begleitung kann dabei helfen, im Alltag wieder Stabilität zu finden und den nächsten passenden Schritt zu erkennen.
Sprich uns an. In einem unverbindlichen Infogespräch hören wir dir zu und beraten dich.
Diagnosen, die ich bekommen kann, wenn ich Trauma überlebt habe
Im ICD-11 wurden vor allem die Diagnosen im Zusammenhang mit Trauma grundlegend überarbeitet.
Es wird nun genauer unterschieden zwischen Störungen, die besonders mit extremem Stress assoziiert sind (PTBS / kPTBS), und den dissoziativen Störungen (DIS / pDIS).
PTBS
PTBS = Posttraumatische Belastungsstörung (in Folge eines oder mehrerer extrem bedrohlicher Ereignisse).
Die PTBS ist gekennzeichnet durch:
- Wiedererleben des traumatischen Ereignisses in der Gegenwart in Form von Flashbacks oder Albträumen, verbunden mit starken, überflutenden Emotionen und Körperempfindungen.
- Vermeidung von Gedanken, Erinnerungen, Aktivitäten, Situationen oder Menschen, die mit dem Ereignis in Verbindung stehen.
- Das Gefühl von erhöhter gegenwärtiger Gefahr und eine verstärkte Schreckhaftigkeit (Hyperarousal).
kPTBS
kPTBS = komplexe Posttraumatische Belastungsstörung (in Folge von lange andauernden oder sich wiederholenden, extrem bedrohlichen Ereignissen).
Zusätzlich zu den drei Kernkennzeichen der PTBS ist die kPTBS charakterisiert durch:
- Tiefgreifende Probleme, die eigenen Affekte und Emotionen zu regulieren.
- Andauernde negative Ansichten über sich selbst (Gefühl von Unterlegenheit oder Wertlosigkeit), oft verbunden mit schweren Gefühlen von Scham, Schuld oder Versagen.
- Andauernde Schwierigkeiten in Beziehungen und bei der Aufrechterhaltung von Nähe zu anderen Menschen.
DIS
DIS = Dissoziative Identitätsstörung / -struktur.
Die Identität ist hier gekennzeichnet durch mehrere unterschiedliche Persönlichkeitszustände (Innenpersonen), die eigenständig die exekutive Kontrolle über das Bewusstsein und das Handeln übernehmen können.
Die Persönlichkeiten haben jeweils ein eigenes Ich-Bewusstsein, ein eigenes Erleben, eine ganz eigene Wahrnehmung, eine eigene Körperwahrnehmung und ein eigenes Geschlecht.
pDIS
pDIS = partielle Dissoziative Identitätsstörung / -struktur.
Sie unterscheidet sich von der DIS darin, dass die Spaltung zwischen den Persönlichkeitszuständen weniger absolut ausgeprägt ist. In der Regel treten im Alltag keine vollständigen Amnesien (Gedächtnislücken) auf, dafür aber regelmäßig teildissoziiertes Handeln.
Eine Alltagspersönlichkeit ist hier meist dauerhaft dominant, während andere Persönlichkeitszustände versuchen, intrusiv (eindringend) Einfluss zu nehmen. Diese Beeinflussungsversuche können sich im Alltag z.B. durch plötzliche Impulse zu Selbstverletzungen, Essstörungen oder den Konsum von Suchtmitteln äußern.
Alles auf einen Blick (ICD-11 Übersicht)
Stressassoziierte Störungen:
PTBS = Posttraumatische Belastungsstörung (in Folge eines oder mehrerer extrem bedrohlicher Ereignisse).
Die PTBS ist gekennzeichnet durch:
- Wiedererleben des traumatischen Ereignisses in der Gegenwart in Form von Flashbacks oder Albträumen, verbunden mit starken, überflutenden Emotionen und Körperempfindungen.
- Vermeidung von Gedanken, Erinnerungen, Aktivitäten, Situationen oder Menschen, die mit dem Ereignis in Verbindung stehen.
- Das Gefühl von erhöhter gegenwärtiger Gefahr und eine verstärkte Schreckhaftigkeit (Hyperarousal).
kPTBS = komplexe Posttraumatische Belastungsstörung (in Folge von lange andauernden oder sich wiederholenden, extrem bedrohlichen Ereignissen).
Zusätzlich zu den drei Kernkennzeichen der PTBS ist die kPTBS charakterisiert durch:
- Tiefgreifende Probleme, die eigenen Affekte und Emotionen zu regulieren.
- Andauernde negative Ansichten über sich selbst (Gefühl von Unterlegenheit oder Wertlosigkeit), oft verbunden mit schweren Gefühlen von Scham, Schuld oder Versagen.
- Andauernde Schwierigkeiten in Beziehungen und bei der Aufrechterhaltung von Nähe zu anderen Menschen.
DIS = Dissoziative Identitätsstörung / -struktur.
Die Identität ist hier gekennzeichnet durch mehrere unterschiedliche Persönlichkeitszustände (Innenpersonen), die eigenständig die exekutive Kontrolle über das Bewusstsein und das Handeln übernehmen können.
Die Persönlichkeiten haben jeweils ein eigenes Ich-Bewusstsein, ein eigenes Erleben, eine ganz eigene Wahrnehmung, eine eigene Körperwahrnehmung und ein eigenes Geschlecht.
pDIS = partielle Dissoziative Identitätsstörung / -struktur.
Sie unterscheidet sich von der DIS darin, dass die Spaltung zwischen den Persönlichkeitszuständen weniger absolut ausgeprägt ist. In der Regel treten im Alltag keine vollständigen Amnesien (Gedächtnislücken) auf, dafür aber regelmäßig teildissoziiertes Handeln.
Eine Alltagspersönlichkeit ist hier meist dauerhaft dominant, während andere Persönlichkeitszustände versuchen, intrusiv (eindringend) Einfluss zu nehmen. Diese Beeinflussungsversuche können sich im Alltag z.B. durch plötzliche Impulse zu Selbstverletzungen, Essstörungen oder den Konsum von Suchtmitteln äußern.
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Unser Weg gemeinsam
Wie begegnet die Assistenz mehreren Teilpersönlichkeiten im Alltag?
Wenn sich im Laufe eines Termins Verhalten, Tonfall oder Bedürfnisse spürbar ändern, ist das für uns kein Anlass zur Verunsicherung. Wir wissen, dass unterschiedliche Teilpersönlichkeiten unterschiedlich reagieren können, und begegnen jedem so, wie er gerade da ist – ohne zu werten oder zu vergleichen.
Das bedeutet auch: Wir erwarten nicht, dass du zwischen deinen Anteilen "funktionierst" oder alles erklärst.
Was bedeutet Sicherheit in diesem Zusammenhang?
Kontakt zwischen Anteilen kann nur entstehen, wenn genug Sicherheit da ist – äußerlich und innerlich. Deshalb ist unser erster Fokus oft nicht die Annäherung zwischen den Anteilen selbst, sondern ein verlässlicher, ruhiger Alltag, in dem nichts erzwungen wird.
Sicherheit heißt für uns auch: Tempo und Nähe bestimmst du. Wir drängen nicht auf Kontakt, wenn er (noch) überfordert.
Wie unterstützt die Assistenz den Kontakt zwischen den Anteilen?
Wir ersetzen keine Therapie. Was wir aber machen können, ist den Rahmen dafür herzustellen: ein stabiler Alltag, verlässliche Ansprechpersonen sein, ein Umfeld, in dem sich Anteile zeigen dürfen, bereitstellen ohne dass etwas zusammenbricht.
In diesem Rahmen wird es oft leichter, dass sich Kontakt, Kommunikation und Kooperation zwischen den Anteilen – wo sie gewünscht sind – überhaupt entwickeln können.
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